Draußen schlafen: 5 Dinge, die du über Wildschweine wissen solltest!

 

Unter freiem Himmel schlafen ist das perfekte Abenteuer vor der Haustür... "Aber was, wenn nachts ein Wildschwein angreift?!" Hier erfährst du alles, was du für eure Draußen-Übernachtung über Wildschweine wissen solltest.

Wildschweine haben es in sich: sie werden bis zu 150 kg schwer, die Männchen haben rasiermesserscharfe Hauer und mittlerweile lassen sie sich auch schon mal im Stadtgebiet blicken.

Der Tierfilmer Andreas Kieling erzählt bei Terra X im ZDF: „Die allerschwerste Verletzung hatte ich in Deutschland, von einem Wildschweinkeiler.“ Aber: Draußen zu übernachten ist trotzdem nicht gefährlich. Du musst dir um Wildschweine keine Sorgen machen. Nachdem du die folgenden Dinge gelesen hast, weißt du auch warum.

1. Scheue Schweine – Wildschweine fürchten sich vor Menschen

Obwohl die wilden Schweine es körperlich locker mit uns aufnehmen könnten, haben sie Angst vor Menschen. In freier Wildbahn sind sie sehr scheu und machen sich vom Acker sobald sich Menschen annähern. Sehen können sie uns nicht so gut aber sie riechen und hören uns schon von Weitem und werden zu ihrer eigenen Sicherheit immer genügend Abstand halten.

Wenn euch im Wald also eine Wildschweinrotte über den Weg läuft: bleibt kurz stehen und erfreut euch an dieser schönen Begegnung mit den wilden Waldbewohnern, sie wird nicht lange andauern: meist sind die Schweine so schnell wieder im Dickicht verschwunden, wie sie aufgetaucht sind.

2. Wildschweine würden dich nur unter einer Bedingung anknabbern

Wildschweine sind Allesfresser. Von Früchten über Regenwürmer bis hin zu Vogeleiern und Aas: nichts entgeht ihrer kräftigen Schnauze. Auf der Suche nach Nahrung durchpflügen sie damit den Boden und hinterlassen unübersehbare Spuren, die dir draußen bestimmt auch schon aufgefallen sind. Im Gegensatz zu Raubtieren jagen Wildschweine ihre Beute also nicht, sondern nehmen was sie eben finden können.

Wie ist das dann mit Menschen, die nachts wehrlos unter freiem Himmel schlafen? Besteht Gefahr, dass eine Wildsau uns als leckeren Appetit-Happen sieht und ein bisschen knabbern will? Ganz klar: Davor brauchst du keine Angst zu haben, das wird nicht passieren. Wie gesagt, Wildschweine haben ein ausgezeichnetes Näschen und das verrät ihnen auch, ob ein Lebewesen nur schläft oder tot ist. Und auch vor schlafenden Menschen nehmen sich Wildschweine in Acht.

Es gibt wirklich nur ein Szenario, bei dem Wildschweine Menschen anknabbern würden: wenn sie über eine Leiche im Wald stolpern.

© Rainer Fuhrmann – stock.adobe.com

3. Schwein gehabt! Gefährliche Begegnungen mit Wildschweinen sind sehr selten

Wenn du mit deinen Kindern draußen übernachtest trägst du Verantwortung für eure Sicherheit und als eine der größten Gefahren kommen dir bestimmt auch Wildschweine in den Sinn. Bei Google ist das Stichwort „Wildschweinattacke“ auf jeden Fall eines der häufigsten in diesem Zusammenhang.

Und es stimmt, Wildschweine können richtig gefährlich werden. Die Attacke eines Keilers kann lebensbedrohlich enden, denn seine Hauer sind messerscharf und gegen die Körpermasse und Schnelligkeit einer Wildsau sind wir machtlos.

ABER: Ein Wildschweinangriff ist wirklich extrem unwahrscheinlich. Grundsätzlich sind die Tiere friedlich eingestellt und, wie schon gesagt, sehr scheu. Aggressiv werden sie nur, wenn ihr sie mit ihren Jungtieren (Frischlingen) überrascht oder sie sich anderweitig bedroht fühlen.

Deswegen hier ein paar einfache Tipps. Wenn du die beachtest, brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen und ihr könnt eure Draußen-Übernachtung einfach genießen.

  • Abends und nachts in der Nähe der Wege bleiben und in normaler Lautstärke reden
  • Nachts keine Speisereste offen liegen lassen.
  • Hunde anleinen, um zu vermeiden, dass sie einem Wildschwein hinterherlaufen und es provozieren
  • für den unwahrscheinlichen Fall, dass euch ein aufgebrachtes Wildschwein gegenüber steht, bleibt ruhig und zieht euch langsam zurück
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4. Wildschweine haben einen unverkennbaren Geruch

Wenn es im Wald plötzlich nach Maggi riecht, dreht euch in Windrichtung und haltet Ausschau nach Wildschweinen. Dann habt ihr die Chance, sie in freier Wildbahn zu erleben.

Dieser typische Geruch kann euch die ein oder andere Wildschweinbegegnung vorhersagen. Meistens sind sie dann allerdings schon verschwunden und nur ihr Duft hängt noch in der Luft.

Wildschwein
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5. Einfach mal die Sau rauslassen – Wildschweine haben keine natürlichen Feinde

In Deutschland haben Wildschweine kaum natürliche Feinde, denn Wolf und Luchs sind (leider) sehr selten und Bruno, den Bär gibt es auch nicht mehr. Um deren Abwesenheit so gut es geht auszugleichen, werden Wildschweine vom Menschen gejagd, z.B. in Form einer Treibjagd.

Treibjagden werden immer im Vorraus organisiert und die entsprechenden Waldbereiche gesperrt. Wenn ihr eine Draußen-Übernachtung plant, solltet ihr die Treibjagd-Absperrung unbedingt respektieren, denn wenn ihr da rein geratet, kann es echt gefährlich werden.

Die Jagdsaison geht übrigens von Mitte Juni bis Ende Januar.

Und was ist mit Andreas Kieling?

Du siehst, Wildschweine sind im Grunde ganz harmlos und sollten dich nicht von Waldabenteuern mit deinen Kindern abhalten. Jetzt wo du mehr über die wilden Schweine weißt, kannst du dich vielleicht sogar auf eure nächste Begegnung freuen.

… aber wie kommt es dann, dass ein erfahrener Tierfilmer wie Andreas Kieling solch eine gefährliche Situation mit einem Wildschweinkeiler erlebt hat? Ganz einfach: er hat sich der Gefahr bewusst ausgesetzt um als weltweit Erster den Kampf brünstiger Keiler aus der Nähe zu filmen. Eine Situation, in die du ganz sicher niemals kommen wirst.

In diesem Sinne – Viel Spaß beim Ausbüxen!

Jana

Hattest du schon mal eine Begegnung mit Wildschweinen? Wie bist du damit umgegangen? Schreib’s in die Kommentare.

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Kommentare (2)

  • Florian

    Beim nächtlichen Fotografieren sind mir schon ein paar mal welche begegnet. Außerdem haben wir kürzlich draußen geschlafen und am frühen Morgen habe ich eine ganze Rotte in der Nähe vorbeilaufen gehört. War schon ein mulmiges Gefühl.

    • jana Autor

      Hi Florian,
      das kann ich verstehen, es sind ja auch starke, eindrucksvolle Tiere. Toll, dass ihr das erleben durftet. Warst du mit deinen Kindern unterwegs? Und was fotografierst du nachts? 🙂 Liebe Grüße, Jana

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