Die 7 besten Outdoor-Hygiene-Tipps für Frauen

 

Wie kannst du dich draußen waschen? Worauf solltest du während deiner Periode achten? Hier die 7 besten Tipps, damit du dich auch über mehrere Tage draußen wohlfühlst.

Du liebst es in der Natur zu sein und würdest gerne auch mal mehrere Tage draußen unterwegs sein? Nur wie klappt das dann mit der Hygiene? Besonders bei Mehrtages-Touren und während der Periode ist Hygiene für uns Frauen ein Thema und für viele sogar ein Grund, gar nicht unterwegs zu sein.

Das ist total schade! Denn auch draußen kannst du dich lange wohlfühlen und deinen Körper sauber halten. Welche Kniffe und Hilfsmittel wirklich praktisch sind, hat sich für mich erst nach vielen Touren herausgestellt. Die 7 hilfreichsten Tipps habe ich für dich zusammengefasst.

1. Das A und O: Saubere Hände

Grundsätzlich macht es deinem Körper gar nichts aus, wenn er mal eine Woche kein Wasser sieht. Aber für deine Hände sieht’s da ganz anders aus: mit ihnen fährst du dir durch’s Gesicht, bereitest Essen zu und berührst andere Menschen. Deswegen solltest du sie draußen auf jeden Fall regelmäßig waschen um Infektionen vorzubeugen.

Besonders gilt das natürlich während deiner Periode oder nachdem du draußen auf’s Klo warst. Es reicht vollkommen, wenn du deine Hände danach unter Wasser abwäschst.

Übrigens: kurz geschnittene Fingernägel sind draußen viel praktischer und leichter sauber zu halten. Darunter ist einfach nicht so viel Platz für Schmutz und Bakterien.

2. Waschen? Stay focused!

Neben deinen Händen gibt es ein paar weitere Körperstellen, die sauber bleiben sollten und dir so auch viel mehr Wohlgefühl schenken.

Oft ist es ganz schön, eine kleine Wasch-Session einzulegen bevor du dich abends in deinen Schlafsack kuschelst. Da kannst du auch gleich das Zähneputzen mit einbeziehen. Schnapp dir einen feuchten Waschlappen oder eine Wasserflasche und wasche dein Gesicht, die Achseln und deinen Intimbereich.

Als Waschlappen eignen sich schnelltrocknende Mikrofaser-Tücher sehr gut. Die gibt’s entweder im Outdoor-Laden oder als Spültücher im Drogeriemarkt. Tagsüber kannst du sie dann außen am Rucksack trocknen, sodass die UV-Strahlen sie auch gleich desinfizieren.

Darüber hinaus ist es natürlich toll, wenn sich dir unterwegs die Möglichkeit bietet, in einen Fluss oder See zu springen. Auch ohne Seife fühlst du dich danach rundum frisch und sauber.

3. Spurlos Pipi machen

Egal wie sehr du deinen Popo auch schüttelst – ohne Klopapier landen immer ein paar Tropfen in der Unterhose und das fühlt sich einfach nicht gut an.

Nimm dir deshalb zum Pipimachen einfach 2-3 Blätter Klopapier mit und verstaue es dann zusammengeknuddelt in einer Hosentasche bis zum nächsten Mülleimer oder pack’s direkt in deine mitgebrachte Mülltüte. Liegen lassen gilt nicht!

4. Finger weg von Baumwoll-Schlüpfern

Wo’s feucht ist, fühlen sich Bakterien so richtig wohl und bescheren dir im schlimmsten Fall eine Blasenentzündung vom Feinsten. Damit dir das erspart bleibt, ist es wichtig, dass du auf eurer Tour atmungsaktive und schnelltrocknende Unterwäsche trägst.

Baumwolle bleibt lange feucht und ist ein Paradies für Bakterien. Ich trage unterwegs am liebsten Synthetik-Unterwäsche. Die ist vergleichsweise günstig, atmungsaktiv und trocknet schnell.

Tipp: Auch Unterhosen kannst du außen am Rucksack super von der UV-Strahlung der Sonne „reinigen“ lassen. Sieht vielleicht komisch aus, ist aber sehr wirkungsvoll.

5. Ein Zopf für lange Haare

Anders als bei Achseln, Gesicht und Füßen kannst du bei langen Haaren nicht mal eben mit ein bisschen Wasser drüber gehen. Und spätestens nach drei, vier Tagen ist der da, dieser wunderbar glänzende, fettige Ansatz, der dir so ein richtiges „Bäähh-Gefühl“ gibt. Aber auch dafür gibt es einen ganz einfachen Trick, wie du deine langen Haare draußen länger „frisch“ hältst.

Flechte sie zu Beginn eurer Tour zu einem Französischen Zopf. Den Zopf behältst du einfach für die nächsten Tage und flechtest ihn nur dann neu, wenn er sich zu sehr auflöst.

Das hat nicht nur den praktischen Vorteil, dass dir keine Haare in’s Gesicht fallen: Deine Haare fetten damit nicht so schnell wie wenn du sie offen trägst oder immer wieder zum Zopf bindest oder bürstest. Außerdem kannst du mit so einem Zopf auch noch super auf dem Rücken schlafen, du kannst ’ne Mütze drüber ziehen und deine Haare verknoten nicht.

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6. Binden, Tampons, Mooncup – Vorbereitung ist alles!

Auch während deiner Periode kannst du problemlos mehrere Tage outdoor unterwegs sein. Damit du dich auch während deiner Tage draußen wohlfühlst, kommt es vor allem auf ein paar Vorbereitungen an:

  • Pack dir auf eine Tour immer ein paar Tampons oder Binden auf Vorrat ein. Das gibt dir ein entspannteres Gefühl.
  • Pack dir ein paar kleine Müllbeutel für benutzte Tampons / Binden in deinen Rucksack.
  • Hab immer ein, zwei Tampons oder Binden griffbereit in der Hosentasche. Das erspart dir langes Herumwühlen im Rucksack.
  • Wasche dir vor und nach dem Wechseln die Hände mit Wasser oder einem feuchten Waschlappen.

Eine wirklich gute Alternative zu Tampons und Binden ist eine Menstruationstasse (z.B. die von Lunette*). Zwar erfordert das Einführen und Entfernen ein bisschen Übung, aber es lohnt sich wirklich. Menstruationstassen können mehr Blut aufnehmen als Tampons, das heißt du musst sie nicht so oft wechseln. Außerdem sind sie im Vergleich zu Tampons gesünder für die Scheidenflora und last but not least: viiiieeel umweltschonender als Tampons und Binden.

Am besten du gewöhnst dich zuhause in Ruhe daran, bevor du sie draußen benutzt. Beim Wechseln kippst du das Blut dann in ein kleines gebuddeltes Loch, das du danach wieder zudeckst. Es reicht, wenn du deine Menstruationstasse einmal am Tag gründlich mit Wasser abwäschst und ansonsten nur kurz mit Klopapier auswischst.

7. Wohlfühl-Stücke

Ausgiebiges Duschen ist draußen einfach nicht drin. Aber für’s Wohlgefühl reicht es meistens schon, 1-2 kleine Dinge einzupacken, die dir in deinen ganz schmutzigen Momenten über den Berg helfen und dich sauber fühlen lassen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • ein Paar Abend-Socken, die sich immer mollig und frisch anfühlen
  • deine Lieblingscreme
  • Deo
  • ein kleines Päckchen Feuchttücher
  • Fisherman’s Friend
  • Zahnseide

Natürlich sind all diese Dinge eigentlich total überflüssung und absolut nicht im Sinne des Ultraleicht-Trekking. Paddy schüttelt immer noch jedes Mal fassungslos den Kopf, wenn ich morgens nach der Katzenwäsche meine Gesichtscreme rauskrame. Aber wenn es etwas Kleines gibt, was dich gut fühlen lässt – pack’s ein 🙂

Der Bonus-Tipp: Liebe dich schmutzig!

So, das waren meine wertvollsten 7 Tipps. Aber ganz ehrlich: natürlich wirst du draußen nie so sauber bleiben wie zuhause. Deine Fingernägel werden schwarz werden, deine Beine stoppelig und deine Haut klebrig.

Deswegen der ultimative Bonus-Tipp: Lass dich auf’s schmutzig werden ein, scheiß drauf, was andere von dir denken könnten, sei stolz auf deinen Körper und genieße es, auch mal dreckig und ungepflegt zu sein.

Du bist wunderschön und gut so wie du bist. Ob schmutzig, zerknautscht, stinking, unrasiert, mit Periode oder ohne. Ein paar Tage draußen unterwegs zu sein ist eine tolle Möglichkeit, dich und deinen Körper in allen Facetten anzunehmen und zu lieben.

In diesem Sinne – Viel Spaß beim Ausbüxen und schmutzig sein!

Jana

Was sind deine Erfahrungen mit Outdoor-Hygiene? Was hat sich für dich bewährt? Schreib’s in die Kommentare.

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Kommentare (2)

  • Cécile

    Hallo Jana

    Erst mal: Ich finds total lässig, was ihr da macht. Dass ihr Lust darauf macht, das zu geniessen, was ganz nah von uns ist. Ich bin überzeugt: Was man kennt und liebt, schützt man – in dem Sinne: Beste Umweltschutzprävention!
    Was mich bei deinen Tipps ziemlich erstaunt, ist, dass du rätst, nach dem Wechseln der Binden/Tampons oder des Menstruationsbechers die Hände zu desinfizieren (vorher macht es Sinn… aber ich vermute, dass es auch gut wäre, das Desinfektionsmitel mit Wasser wieder wegzuwaschen, da ich mir vorstellen kann, dass auch dieses für die Scheidenflora nicht so der Hammer ist). Als ob Menstruationsblut etwas Schlimmes, Gefährliches, Ansteckendes wäre! Leider scheint das immer noch sehr in den Köpfen zu sein – sogar bei uns Frauen.
    Wir MÜSSEN uns übrigens auch nicht verstecken, wenn wir bluten – so von wegen unauffällig in der Hosentasche verstauen…. (aber natürlich ist das jeder frei überlassen, wie sie das handhaben will)

    Hier noch ein kleiner Ausschnitt (ich habe *Menstruationsblut hygienisch“ gegoogelt) von einer Internetseite:

    Viele ekeln sich vor Menstruationsblut, weil sie meinen, es sei schmutzig. Doch das bei der Abstoßung der Gebärmutter-Schleimhaut abgegebene Blut ist genauso sauber wie unser anderes. Die Vorurteile gegen das Regelblut stammen vermutlich noch aus dem Mittelalter, als ihm böse Zauberkräfte zugeschrieben wurde. Doch diese Zeiten sind vorbei.
    https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/frauenmedizin/sex-trotz-menstruation-eklig-oder-extrakick-das-ist-dran-an-den-mythen-ueber-liebe-waehrend-der-periode_id_4820568.html

    Viel Spass euch Dreien weiterhin – und dass ihr viele Menschen anstecken könnt!

    • jana Autor

      Hallo Cécile,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar und deine warmen Worte 🙂
      Interessanterweise hast du mit damit genau die zwei Punkte angesprochen, die sich für mich bei Veröffentlichung des Artikels noch nicht ganz ‚klar‘ angefühlt haben. Beim Desinfektionsmittel wollte ich ehrlich gesagt auf Nummer sicher gehen.
      Nun hab ich deinen Kommentar aber zum Anlass genommen auch nochmal zu recherchieren und tatsächlich ist gründliches Händewaschen im Alltag total ausreichend und Desinfektionsmittel unnötig – von daher habe ich das geändert.

      Genau wie du, finde ich es auch enorm wichtig, dass wir uns mit unserer Blutung nicht verstecken. Vielen Frauen, mit denen ich über das Thema Outdoor-Hygiene gesprochen habe, ist die Vorstellung aber sehr unangenehm, das ihre Freunde wissen, dass sie unterwegs zum Tampon-Wechseln gehen. Mit dem Artikel möchte ich Frauen vor allem motivieren, die Blutung nicht als Hindernis zu sehen, raus zu gehen. Daher gehe ich auch auf dieses Unwohlsein ein.

      Danke dir, für diesen wertvollen Beitrag 🙂 Liebe Grüße in die Schweiz,
      Jana

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