Top 6 im Mai: Gipfel stürmen geht überall!

Sonnenaufgang über Berlin © Jana und Patrick Heck 

OK, der Winter hat wunderbare Seiten, aber im Mai wird dir wahrscheinlich so richtig bewusst, dass du doch die ganze Zeit etwas vermisst hast. Die Natur ist jetzt herrlich einladend – also keine Zeit vertrödeln und auf in’s Mai-Abenteuer.

Auf einmal ist es herrlich mild und ihr könnt euch überall hinsetzen ohne nass zu werden oder am Po zu frieren. Die Fleecejacke kommt jetzt nur noch als Reserve mit – denn immer öfter tut’s das T-Shirt. Wenn das mal keine perfekten Bedingungen für Naturerkundungen sind? Wir haben die 6 besten Tipps für dich wie du und deine Familie euer eigenes Mai-Abenteuer findet.

1. Waldmeister finden

Ja, genau dieses grüne Zeug vom Wackelpudding. Das gibt’s nämlich auch in echt und im Mai hast du beste Chancen ihn zu finden. Wenn Du Geschmack von echtem Waldmeister noch nicht kennst, lohnt es sich ganz besonders. Das künstlichen Aroma übertrifft er nämlich um Welten.

Waldmeister Pflanze mit Blüte
Waldmeister von Hans Braxmeier auf Pixabay

Wie gehst du vor? Waldmeister wächst am liebsten in Wäldern mit vielen Buchen und dort an schattigen, feuchten Standorten. Wenn du Glück hast findest du auf der Website Mundraub schon konkrete Standorte in deiner Nähe. Ansonsten geh‘ einfach der Nase nach. Neben dem typischen heuartigen Geruch erkennst du ihn sehr gut an seinen Blüten und den quirlartigen Blättern.

Aus deinen Funden kannst du zu hause eine alkoholfreie Bowle machen. Dazu sollte der Waldmeister aber unbedingt eine Nacht vorher locker ausgebreitet an-trocknen, weil sich das Aroma dadurch erst richtig entfaltet. Dann nimmst du als Basis zum Beispiel Mineralwasser mit Apfelsaft. Nimm für einen Liter zwei bis drei Pflanzen und hänge sie für etwa eine Stunde kopfüber in die Flüssigkeit. Dabei sollten die Enden der Stängel raus gucken, sonst wird die Bowle bitter. Na denn: Prost!

Übrigens: Waldmeister kann in großen Mengen bei manchen Menschen zu Kopfschmerzen führen, also überteibt’s nicht.1

2. Maikäfer entdecken

Maikäfer sind wirklich faszinierend – und sie lassen sich immer nur ganz kurz blicken. Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen sie als Engerlinge im Boden und verwandeln sich erst nach drei bis vier Jahren in einen Käfer. Das geschieht immer zwischen Ende April und Mai. In dieser Zeit haben die Käfer nur eine Mission: sich paaren und dann Eier legen, denn nach sechs Wochen sterben sie auch schon wieder.

Die Käfer sitzen bevorzugt auf Laubbäumen herum und futtern was das Zeug hält. Ab und zu plumpst einer zu Boden und strampelt mit den Beinchen. Eine gute Gelegenheit ihn mal auf die Hand zu nehmen. Der Leib ist zwei bis drei Zentimeter lang und man spürt sein Gewicht so richtig. Außerdem zwicken die Beinchen ein wenig auf der Haut wenn er läuft. Wenn er dann abhebt tut er das behäbig und mit einem tiefen Brummen.

Maikäfer auf menschlicher Haut
„Maikäfer am 1. Mai“ von Jost Jahn, Lizenz: CC BY-SA

Leider verirren sich auch viele Maikäfer in unsere Städte, wo sie vom künstlichem Licht angezogen werden. Wenn sie dann beispielsweise gegen ein Schaufenster fliegen, fallen sie oft zu Boden. Auf dem Rücken liegend schaffen sie es häufig wegen ihrer schweren Flügel nicht sich um zudrehen. Vielleicht könnt ihr ja den ein oder anderen retten.

3. Eigene Wildkräuterwanderung

Wenn ihr Lust auf eine Wildkräuterwanderung habt, müsst ihr nicht bis zum nächsten Wildkräuterwander-Angebot warten. Macht’s einfach selbst!

Kleiner Junge in einer Wiese mit Wildblumenstraß in der Hand
© zaikina – stock.adobe.com

Es geht auch gar nicht darum 20 verschiedene Kräuter zu finden, schon 3-4 reichen. Und auch wenn du keinen blassen Schimmer von Wildkräutern hast: 3 Zutaten werdet ihr sicher zusammenbekommen. Zum Beispiel Gänseblümchen, Brennnessel und Löwenzahn. Die kennst du, oder? Perfekt, dann schnapp dir deine Kinder, ein Körbchen oder Jutebeutel, Taschenmesser, Quark und Brot und auf zur nächsten Wiese.

Alleine die Tatsache, dass ihr draußen seid, zusammen beratschlagt, sammelt und den Wildkräuterquark gemeinsam zubereitet, macht ihn zum besten Quark der Welt! Wenn ihr ihn dann auch noch gleich draußen mit frischem Brot esst, wird euer Abenteuer perfekt.

Mehr über: Gänseblümchen, Brennnessel & Löwenzahn

Bei diesen drei Pflanzen gehen wir einfach mal davon aus, dass du sie kennst. Aber was davon kommt jetzt in den Kräuterquark? Und wie viel? Und wie kannst du Brennnesseln schmerzfrei ernten? …Alsooo:

Bei Gänseblümchen könnt ihr die ganze Blüte pflücken und auch junge Blätter können rein in den Quark. Geschmacklich erinnert die Pflanze ein bisschen an Feldsalat.

Von der Brennnessel braucht ihr nur 2 Stängel (am besten mit einem Handschuh oder Stück Stoff ernten). Um die Brennhaare zu entfernen, legt die Pflanzenstängel einfach zwischen ein Kleidungsstück und walzt mit dem Unterarm darauf hin und her (wie ein Nudelholz). Danach könnt ihr die Blätter einfach anfassen und weiterverarbeiten.

Löwenzahn ist komplett essbar. Sogar die bis zu 2 Meter (!) langen Wurzeln. Für Kräuterquark eignen sich aber nur junge, zarte Blätter und die gelben Blüten. Erstere schmecken leicht nach Chicorée, die gelben Blütenblätter schmecken süß.

WICHTIG: Achte generell darauf, dass ihr nur „saubere“ Pflanzen sammelt. Das heißt solche, die nicht mit Hundepipi, Abgasen, Pestiziden oder Dünger belastet sind.

Hier findest du das ganze Rezept zum einfachsten Wildkräuterquark der Welt.

Wenn du auch andere Kräuter finden und zubereiten willst, empfehlen wir dir das Buch Essbare Wildpflanzen*.

4. Vor’m Sonnenaufgang den Vögeln lauschen

Vor’m Sonnenaufgang aufstehen klingt erst mal mach Quälerei? Können wir gut verstehen. Aber es lohnt sich, denn jetzt im Mai sind mit Abstand die meisten Vogelarten aktiv und dadurch könnt ihr ein regelrechtes Zwitscher-Orchester erleben.

Aber ihr solltet wirklich früh dran sein: Die ersten Vögel fangen schon 80 Minuten vor Sonnenaufgang an. Dann kommen nach und nach immer mehr dazu. Was ihr hört sind übrigens meistens die Männchen, die eine Vogeldame heran locken wollen und deshalb trällern was das Zeug hält.

Sonnenaufgang mit Vögeln am Horizont
Bild von Mabel Amber, still incognito… auf Pixabay

Also los: Stellt euch den Wecker am besten so, dass ihr mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang draußen seid. Zu welcher Uhrzeit das in deiner Stadt ist, siehst du zum Beispiel in den Apps Daylight Basic (iOS) und Sonnenaufgang Begleiter (Android). Vor Ort könnt ihr dann mit der Vogeluhr vom NABU herausfinden welcher Vogel wann singt und euch Beispiele anhören. Es bietet sich natürlich an gleich draußen zu schlafen – da spart ihr euch die Anreise und es macht noch mehr Spaß.

Buchtipp: „Was fliegt denn da? Kindernaturführer: entdecken, erkennen, erleben„*

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5. Stockbrot auf dem Lagerfeuer grillen

Stockbrot ist es ja eigentlich eine ganz simple Sache, aber wenn man erst mal loslegt werden selbst die Erwachsenen wieder zu Kindern, weil’s einfach so einen Riesenspaß macht.

Die Theorie ist einfach: Ihr macht einen Hefeteig und backt ihn am Stock über dem Feuer. In der Praxis läuft es dann meistens so ab, dass ihr alle total verklebte Hände vom Teig habt und nicht mehr wisst wie ihr sie sauber bekommt. Dann haltet ihr die Stockbrote über’s Feuer und bei den einen wird’s schwarz wie ein Stück Kohle während die andere fast noch rohe teigige Brocken essen. Und dann gibt’s die paar wenigen Versuche wo es wirklich gelingt: Das perfekte Stockbrot. Aber egal – am Ende schmeckt’s so oder so grandios und ihr habt einen Heidenspaß.

Um eine Feuerstelle zu finden suche am Besten im Internet nach „Öffentliche Feuerstelle“ + Ort. Da findet sich in den meisten Gegenden etwas. Falls nötig, gibt es übrigens auch klappbare Feuerschalen (z.B. von Snow Peak*) damit der Untergrund unversehrt bleibt.

2 Stockbrote die über ein Lagerfeuer gehalten werden
© Tobias – stock.adobe.com

Rezept Stockbrot

  • 400 g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 2 TL Salz
  • 250 ml Wasser
  1. Zuerst die Hefe mit Mehl und dem Wasser vermengen und ordentlich kneten.
  2. Das Salz dazugeben und die Mischung eine halbe Stunde neben dem Feuer gehen lassen.
  3. Nochmal ordentlich durchkneten. (Die Hände vorher mit Mehl bestäuben, damit sie weniger kleben)
  4. Für jedes Stockbrot eine Handvoll Teig nehmen und um den Stock wickeln. Dabei darauf achten, dass die Spitze auch bedeckt ist damit sie nicht verbrennt.

6. Einen Gipfel erklimmen

Um einen Berggipfel zu besteigen musst du nicht in Süddeutschland wohnen. Alles was zählt ist eure Einstellung. Denn dann fühlt sich selbst eine Erhebung von nur 100 m an wie eine Heldentat. Oben angekommen könnt ihr auch ein improvisiertes Gipfelkreuz aus Zweigen aufbauen und heroische Fotos daneben machen.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass zur Belohnung natürlich auch eine Bergsteigermahlzeit im Gepäck sein sollte.

Gipfelmarkierung am Monte Troodelöh
Gipfelmarkierung am Monte Troodelöh“ von Travus, Lizenz: CC BY-SA 3.0 / Farben verbessert

Und so gehst du vor: Suche im Internet nach „Höchste Erhebung “ + Deine Stadt. Dann stößt du z.B. in Köln auf den sagenumwobenen „Monte Troodelöh“ mit seinen unbarmherzigen 118 m ü. NN (Foto oben). Na wär‘ das nix? In diesem Fall gibt’s oben sogar ein Gipfelbuch, in das sich die unerschrockenen Bergsteiger eintragen können. Für weitere Gipfel-Ideen findest du bei Wikipedia die Liste der höchsten Berge der 16 Bundesländer

Dann raus mit euch

Der Mai macht’s uns mit milden Temperaturen und langem Tageslicht wirklich einfach auf Abenteuersuche zu gehen. Also nicht lange warten und einfach raus mit euch!

In diesem Sinne – Viel Spaß beim Ausbüxen,

Paddy & Jana

Was sind eure tollsten Abenteuer im Mai? Schreibt’s in die Kommentare.

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: „Echter Waldmeister“, 2008

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