Endlich mehr Zeit mit deiner Familie in der Natur verbringen – so klappt’s!

Foto: JanTemmel – pixabay.com 

Wenn ein Tag doch nur mehr als 24 Stunden hätte! Oder das Wochenende einen Tag mehr! Wenn wir doch nur mit 5 Stunden Schlaf auskämen! ... Dann hättest du auch endlich wieder mehr Zeit für Dinge, die dir wichtig sind!

Für Freunde, Sport, Meditieren, …oder eben auch mehr Zeit mit deiner Familie raus zu gehen, in der Natur aufzutanken und gemeinsam ein Abenteuer zu erleben. Leider können wir unsere Tage nicht länger zaubern und schlafen ist ja auch ganz schön. Aber die gute Nachricht ist: die Zeit ist da! In diesem Artikel erfährst du wie du schon bald die Zeit findest, um mit deiner Familie den Wald unsicher zu machen.

Deine Kinder brauchen Natur… du auch!

Das Natur für euch als Familie wichtig ist, brauchen wir dir wahrscheinlich nicht zu erzählen. Für deine Kinder ist sie besonders wichtig, denn hier lernen sie auf spielerische Weise Grundlegendes fürs Leben: Geduld, Sozialkompetenz, Körperbewusstsein, Respekt, Demut, Kreativität, Toleranz, sie lernen Grenzen kennen und bekommen ein Gefühl dafür, was nachhaltiges Leben bedeutet. In dem Buch „Wie Kinder heute wachsen“ 1 von Herbert Renz-Polster und Gerald Hüther sind die Hintergründe dazu wunderbar und ausführlich beschrieben.

Aber nicht nur die Kinder brauchen sie, auch wir Eltern profitieren in vielerlei Hinsicht von der Natur: hier können wir entschleunigen, Ruhe finden, unseren Körper spüren und uns selbst ein Stück näher kommen.

Zeit, die du mit deiner Familie in der Natur verbringst ist deshalb besonders wertvoll: ihr habt alle persönlich etwas davon und könnt außerem ganz füreinander da sein. Wenn ihr draußen jetzt auch noch ein richtiges Abenteuer gemeinsam erlebt, werdet ihr euer ganzes Leben davon zehren!

Deine Zeit ist wertvoll – gehe deshalb bewusst mit ihr um!

Als allererstes gibt es etwas Entscheidendes zu klären. Es geht um deine Prioritäten. Überlege dir worauf du im Alltag deine Prioritäten setzt? … Ja, ich weiß, das Wort „Prioritäten“ ist nicht schön. Daran haften mittlerweile so ätzende Assoziationen wie „Selbstmanagement“, „Zielerreichung“ und „Selbstoptimierung“. Wie wär’s mit einem passenderen Namen?

Lass uns das Wort „Priorität“ durch „größte Bedeutung“ ersetzten und stelle dir nun folgende Fragen:

  1. Womit verbringst du in der Woche die meiste Zeit?
  2. Wie wichtig ist dir das, womit du viel Zeit verbringst?

Besonders bei der zweiten Frage lohnt es sich, dir für die Antwort ein wenig Zeit zu nehmen. Versuche beim Beantworten ganz bei dir zu sein und dir vorzustellen, dass du nichts MUSST. Denn so manches, was uns auf den ersten Blick wichtig erscheint, tun wir um bestimmte Erwartungen zu erfüllen. Erwartungen, die wir meinen von außen zu spüren, z.B. „Meine Tochter erwartet, dass ich sie jeden Tag zur Schule fahre“, „Ich muss Überstunden machen“ oder solche, die wir an uns selbst haben, z.B. „Ich will als Mutter/Vater alles richtig machen“, „Ich muss gut aussehen“. Möchtest und kannst du diese Erwartungen erfüllen? Sobald du dir darüber bewusst bist, kannst du entscheiden ob du deine Zeit weiterhin dafür nutzen willst. Manchmal lassen sich in diesem Schritt des „Bewusstwerdens“ schon kleine und große Zeitfresser aussortieren und auf einmal entsteht mehr Frei-Zeit – auch für gemeinsame Naturabenteuer.

Was aber, wenn deine Woche nach diesem Schritt genauso vollgepackt bleibt und es sich anfühlt als hättest du keinen Spielraum etwas zu verändern? Wo bleibt da dann noch Zeit für gemeinsame Naturerlebnisse?

Zeit in der Natur = Zeit für das was dir wichtig ist

Das Tolle am gemeinsamen Erleben von Naturabenteuern ist, dass es vieles von dem vereint, was dir wichtig ist. Unter deinen Antworten auf die Frage „Womit verbringst du in der Woche die meiste Zeit?“ finden sich doch bestimmt auch einige der folgenden Punkte: Sport und Bewegung, Entspannung, Freunde und Familie, Kochen und essen, Förderung der Kinder mit z.B. Musikunterricht, Sport und Nachhilfe?
Ich möchte dir gerne anhand dieser Beispiele zeigen, dass die Frage nach mehr Zeit sich auch anders lösen lässt. Nämlich indem du dir und deiner Familie erlaubst ein paar Kleinigkeiten zu verändern.

Draußensein macht euch fit und gesund

Dir ist Sport wichtig? Auch für deine Kinder? Dann kommt ihr draußen voll auf eure Kosten. Das gilt natürlich besonders wenn ihr bergiges Gelände vor der Haustür habt. Das Tolle ist, ihr könnt eure Ausflüge je nach Tagesform gestalten: von einer Partie Frisbee auf einer Waldlichtung bis hin zur Streckenwanderung mit Durchquerung eines Sees. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ein wenig Inspiration findest du unter den Abenteuer-Ideen des Monats.
Das ist doch alles kein richtiger Sport meinst du? Dann packt dir zuhause 2 Liter Wasser mehr in den Rucksack… und was soll’s, auch gleich noch die gusseiserne Pfanne zum Kochen – das strafft Beine und Po.

Natur lässt euch durchatmen

Zeit in der Natur tut nicht nur dem Körper gut, auch die Seele profitiert davon. Das Grün, die frische Luft, die Plätschern eines Bachs, Vogelgezwitscher, all das hilft uns zu entspannen. Die Reize, mit denen wir in der Natur konfrontiert werden, sind für uns viel verträglicher als die einer Stadt oder eines Indoor-Spielplatzes. Die Erfahrung hast du sicher selbst schon gemacht. Und genau wie du, profitieren auch deine Kinder von dieser Auszeit. Es ist sogar nachgewiesen, dass „Kinder draußen weniger Aufmerksamkeits- und Verhaltensprobleme haben“ (Renz-Polster, 2013)2. Und das Beste ist: ihr werdet eure Entspannung mit nach Hause nehmen: nach einem Tag draußen schlaft ihr abends wie die Murmeltiere.

A propos Schlafen: ihr könnt natürlich auch soweit gehen, dass ihr zum Schlafen gleich draußen bleibt. Für den Anfang tut’s dazu ja auch euer Balkon oder der Garten.

Zeit für Freunde und Familie

Du bist mit einem Freund oder einer Freundin zum Kaffee verabredet und hast deswegen am Wochenende keine Zeit raus zu gehen? Dann verlagert euer Treffen einfach an einen schönen Ort in der Natur. Oder verabredet euch gleich zu einem gemeinsamen Wander-Abenteuer. Gleiches gilt natürlich für die Freunde deiner Kinder. Zieht gemeinsam in den Wald, sagt Oma und Opa auch Bescheid, falls sie noch gut zu Fuß sind. Ansonsten sollen sie im Waldcafé schon mal Plätze für euch freihalten. Gemeinsam die Natur zu erleben stärkt eure Beziehungen und macht einfach unglaublich viel Freude!

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Freunde grillen Marshmallows über Feuer
© kuzmichstudio – stock.adobe.com

Im Freien schmeckt’s besser

Würziger Käse, saftige Äpfel, Oliven, herzhafter Schinken, dazu frisches Bauernbrot – naaa, läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen? Essen ist doch einfach was feines und wir tun es jeden Tag gleich mehrmals. Warum nicht einfach mal eine Mahlzeit nach draußen verlagern? Dort schmeckt alles auch gleich viel besser als Zuhause. Frische Luft und Bewegung verzaubern auch das trockenste Stück Brot in eine Delikatesse – sogar für deine Kinder. Je nachdem wie viel Zeit ihr habt, könnt ihr das Essen auch mit einem Naturabenteuer verbinden. Auch hier habt ihr viele Möglichkeiten: vom einfachen Picknick auf einer nahegelegenen Wiese über draußen zubereitete Bärlauch-Spaghetti bis hin zum Abendessen am Lagerfeuer.

Draußen für’s Leben lernen

Bestimmt ist es dir auch wichtig, Zeit in die Förderung deiner Kinder zu investieren. Du möchtest ihnen alles mitgeben, was sie brauchen um im Leben zurechtzukommen, möchtest sie in ihrer Bildung unterstützen?
Dann raus mit euch! Die Natur ist der vielfältigste Lernraum überhaupt. Dort machen Kinder Erfahrungen, die an Komplexität durch nichts Menschengemachtes übertroffen werden können. Indem du deinen Kindern Zugang zur Natur ermöglichst, ihnen nicht Druck sondern Entschleunigung bietest, förderst du nachhaltig die Entwicklung ihres Gehirns.3 Sie lernen draußen regelrecht für ihr Leben. Das gilt besonders dann, wenn ihr euch mit anderen Familien mit Kindern auf Abenteuersuche begebt. Das Alter der Kinder darf ruhig durchmischt sein, umso mehr lernen sie von- und miteinander.

Jetzt seid ihr dran!

Wie du siehst geht es bei der Frage nach mehr Natur letztlich nicht um ein Entweder-oder. Ein Familienalltag ist vollgepackt und unverplante Zeit ist Mangelware – keine Frage. Wenn du jedoch den Wunsch hast, regelmäßig Zeit mit deiner Familie in der Natur zu verbringen, siehst du nun vielleicht einen Weg es möglich zu machen. Experimentiert ruhig ein wenig mit den verschiedenen Ansätzen, so dass sie zu euch und eurem Familienalltag passen. Das Wichtigste ist, dass du dir erlaubst umzudenken: von „das-macht-man-so hin zu „was-wünsche-ich-mir-und-wie-wird-das-möglich“. Zeit ist da, die Frage ist nur, wie wir sie nutzen.

In diesem Sinne – Viel Spaß beim Ausbüxen!

Jana

War der Artikel für dich hilfreich? Seid ihr dadurch öfter gemeinsam in der Natur? Schreib’s uns in die Kommentare.

Quellen

  1. Hierbei handelt es sich um einen Amazon Partnerlink. Wenn ihr darüber bestellt bekommen wir eine kleine Provision. Es entstehen natürlich keine zusätzlichen Kosten für euch.
  2. Renz-Polster,H., Hüther, G.; „Wie Kinder heute wachsen“; 2013; S.88
  3. Renz-Polster,H., Hüther, G.; „Wie Kinder heute wachsen“; 2013; S.90 ff

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Kommentare (2)

  • Sebastian

    Hallo Jana, hallo Patrick,
    Mensch, das freut mich, dass ihr wieder etwas macht! Hatte schon Bedenken, dass ihr durch euer Familienglück nicht mehr dazu kommt euer „Ausbüxen“ zu dokumentieren.

    Ich war letzten Sommer mit meinem Sohn Zelten und es war so super. Er redet noch heute davon. Habe auch einen Artikel darüber geschrieben:
    https://www.geoventures.de/mit-den-kindern-unterwegs-vater-sohn-zelten/

    Ich wünsche euch viel Erfolg mit eurem Blog und alles Gute für eure Familie.

    Viele liebe Grüße,
    Sebastian

    • jana Autor

      Hi Sebastian,
      voll schön, dass du uns nun auch auf unserem Blog folgst. Ich hab gerade deinen Artikel gelesen und er hat mich wirklich berührt! Die Fotos sind klasse und ich kann mir gut vorstellen wieviel Freude ihr hattet! Vielleicht können wir euch mit unserem Magazin ja noch für das ein oder andere konkrekte Abenteuer inspirieren 😉 Liebe Grüße, Jana

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